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Schätzchen beleihen mit Hartz IV

Seit fast anderthalb Jahren lebe ich nun von Hartz IV. Um zu verstehen, was ich beim Einkaufen immer falsch mache, habe ich mir mal die Zusammensetzung meines Regelsatzes von 409 € angesehen. Immerhin: 1,06 € stehen mir monatlich für meine Bildung zur Verfügung, das reicht fast für eine Zeitung. Von den 36,28 € für Wohnen, Energie und Instandhaltung kann ich zwar noch nicht einmal meine Stromrechnung bezahlen, dafür bleiben mir täglich 4,75 € für meine gesunde Ernährung, wenn ich die 142,57 für Nahrung durch 30 Tage teile.

Regelsatz reicht vorne und hinten nicht

Nach welchem Menschenbild diese Zahlen errechnet wurden, weiß ich nicht. Von Rundfunkgebühren befreit, darf ich in den Nachrichten aber immer sehen, wer dahintersteht. Und ich weiß nun, dass ich meine Bedürfnisse nicht nur im Supermarkt wohl regelmäßig überschätze.

Not macht kreativ

Kurz, es ist verdammt eng – und das jeden Monat. Neulich hatte ich deshalb eine Idee: die alte Goldkette von meinem Ex ist echt und verstaubt seit einem halben Jahr im meinem Nachttisch. Kurz gegoogelt, fand ich „Gold-Ankauf-Berlin.de“, – genau das suchte ich. Zwei U-Bahn-Stationen zum Theodor-Heuss-Platz, und ich stand in dem Laden, der auch als Leihhaus dient.

Weg mit überflüssigen Schätzen

Der Juwelier war freundlich, begutachtete meine Kette genau und stellte fest: „585er Gold“. Ich sah ihn fragend an, als er die Kette auf die Waage legte, kurz was in den Taschenrechner tippte – bis er die Zahl auf den Zettel schrieb.
Mit so viel hatte ich nicht gerechnet, offenbar hatte mein Ex noch große Pläne. „Möchten Sie die Kette beleihen oder verkaufen?“, frage mich der Juwelier. Aber bei dem Gedanken an meinen Ex war klar: „Verkaufen!“ „In bar oder möchten Sie eine Überweisung?“

Freundlich, schnell und diskret

Hartz IV-Empfänger wissen: Nur Bares ist Wahres. Weil es so nett war in dem Laden, ließ ich mir gleich noch erklären, welche Wertsachen sie sonst noch so ankaufen und wie das mit dem Beleihen funktioniert. Echt easy!

Ich habe zwar keine Diamanten, aber am nächsten Tag war ich mit dem angelaufenen Silberbesteck, dass ich mal von meiner Oma geerbt hatte, wieder bei Gold-Ankauf-Berlin. Und wieder gab es eine kurze Prüfung, Berechnung und Cash. Freundlich, schnell und diskret.

Mehr Schätze habe ich erstmal nicht zu verkaufen, aber ich weiß jetzt, wo ich notfalls auch die drei Goldfüchse von meiner Oma verpfänden könnte, wenn die jährliche Stromabrechnung kommt.

Ich prüfe den Deal, bevor es das JobCenter tut

Und das JobCenter? Ja, die dürfen meine Kontoauszüge prüfen. Ob ich ihnen von dem Leihhaus in der Reichsstraße erzähle, überlege ich mir noch. Vielleicht war das Schonvermögen? Und weil ich mir alles gründlich überlege, überlege ich noch etwas länger.

 


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