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Raus aus Hartz IV – aber wie? Teil II

Im vorherigen Teil dieser offenen Serie ging es darum, mit welchen Mitteln man an Kontakte kommen kann. Was ich dort schon einmal schrieb, kann ich hier nur wiederholen: Es geht um Motivation!

Ich kenne das Leben mit Hartz IV selbst und ich kenne auch alle Gemütszustände, die man da so durchwandert. Ich weiß, dass der Tag kommt, an dem man sich morgens fragt: „Wozu aufstehen?“. Ich weiß, dass der Tag kommt, an dem eine weitere Absage zum Nervenzusammenbruch führt. Ich weiß, wie man sich fühlt, wenn man sich im Amt für den Antrag komplett ausliefern muss und wie es sich anfühlt, wenn man dann auch noch behandelt wird, als wäre man der letzte Sozialschmarotzer. Ich kenne das alles. Meine Definition dieses Lebens war immer: ich sitze in einem Auto und das Auto steht in einem geschlossenen Raum. Egal, in welche Richtung ich fahre, es geht immer gegen eine Wand.

Und trotzdem: Aufgeben gilt nicht! Denn Aufgeben bedeutet: DIE haben gewonnen. DIE bestimmen Ihr Leben. DIE bestimmen, wann Sie wo sein dürfen und wann und wo nicht. DIE bestimmen, wo Sie wohnen. DIE bestimmen Ihren Wert mit dem Vermittlungsbudget. Wollen Sie das wirklich weiter hinnehmen und sich damit abfinden?

Heute ist der erste Tag Ihres neuen Lebens

Fangen Sie heute an. Geben Sie Ihrem Leben Struktur. Geben Sie sich einen geregelten Tagesablauf. Stehen Sie früh auf und streichen Sie etwaige Mittagsschläfchen. Wenn Sie wieder arbeiten wollen, können Sie sich den Schlendrian nicht leisten. Sie haben einen geregelten Tagesablauf? Umso besser. Dann werden Sie aktiv. Gerade in der dunklen Jahreszeit ist es wichtig, Tageslicht zu tanken. Gehen Sie spazieren oder fahren Sie mit dem Rad. Das kostet nichts und bringt den Kreislauf auf Trab. Das Wetter ist schlecht? Na und? Probieren Sie es einmal aus, ich habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Und nehmen Sie sich wenn möglich pro Tag zwei bis drei Stunden Zeit für das Durchstöbern der Jobangebote und für Bewerbungen.

Zeigen Sie, dass Sie motiviert sind

Beim nächsten Gespräch mit Ihrem Arbeitsvermittler: Zeigen Sie Motivation! Brezeln Sie sich ein wenig auf. Das macht einen wesentlich motivierteren Eindruck als Jeans und T-Shirt. Je mehr Mitarbeit Sie anbieten, desto mehr wird Ihnen geboten. Davon kommen nicht unbedingt mehr Angebote ins Haus, aber das Amt wird sehr viel kooperativer, wenn es um zusätzliche Hilfen geht. Schreiben Sie mehr Bewerbungen, als in der Wiedereingliederungsvereinbarung stehen. Das kommt gut an und zeigt Ihren guten Willen.

Probieren Sie es einfach mal aus und schreiben Sie mir doch Ihre Erfahrungen an: juliane@hartz-iv-blog.de


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Ein Kommentar to “Raus aus Hartz IV – aber wie? Teil II”

  1. Max Webber Says:

    natürlich schaffen kann es jeder, wenn ich zu mir immer sage, ich schaffs dann wirds auch so sein,

    möglichkeiten dazu gibts ja genug

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