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Raus aus Hartz – aber wie? Teil I

Hartz IV ist keine Lösung für immer. Jeder, der schon einmal auch nur für einige Monate Hartz IV bekommen hat, weiß das. Das Amt bestimmt das Leben und ein wirklich lebenswertes Leben ist mit den geringen Mitteln nicht möglich. Aber wie kommt man aus diesem Kreislauf heraus?

Es kann so schnell passieren. Zum „Hartzi“ kann heute jeder werden, egal, ob er studiert hat oder die Schule nie beendet hat, egal ob er bis eben noch erfolgreicher Unternehmer war oder immer nur Hilfsjobs gemacht hat. Auch ein unbefristeter Arbeitsvertrag ist heute keine Lebensversicherung mehr.

Wenn es dann passiert, sind die meisten ohnehin im Gefühlschaos. Man muss erst einmal verarbeiten, dass der Job weg ist, man auf einmal zuhause sitzt und dazu kommt der Gang zum Jobcenter oder der Arge. Wer den Antrag auf Grundsicherung zum ersten Mal ausfüllt und zum ersten Mal überhaupt mit dieser Behörde zu tun hat, ist in der Regel eingeschüchtert.

Nutze die Demütigung als Motivation

Der Antrag mit all seinen dazugehörigen Schikanen macht die Sache auch nicht besser: Neben den persönlichen Daten müssen alle Habseligkeiten aufgezählt sowie Konten offengelegt werden und man gibt quasi seine Privatsphäre beim Bearbeiter ab. Dazu kommt in vielen Ämtern ein oft rauer Ton, der zum Teil auch rüde wird. Oft wird man behandelt, als wäre man begriffsstutzig. Das ist demütigend.

Wichtig ist, sich davon nicht abschrecken zu lassen. Wichtig ist auch, diesen Antrag und das damit zusammenhängende Prozedere als Motivation zu nutzen. Motivation ist überhaupt das Zauberwort. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es oft nicht leicht ist, dass man versucht ist, sich in das Loch fallen zu lassen, das sich dort so verführerisch auftut. Ich habe mich irgendwann dazu verdonnert, jeden Morgen spätestens um 8 Uhr aufzustehen, mich wie für einen Job anzuziehen und mich dann an die Bewerbungen zu machen. Denn ich wollte nicht, dass diese Leute in diesem Amt mein Leben noch länger bis in den kleinsten Winkel bestimmen.

Nutze das Web 2.0

Kennen Sie das Web 2.0? Nein? Sie lesen gerade ein Blog und damit sind Sie schon mittendrin im Web 2.0. Denn das bedeutet schlicht: Internet zum Selbstmachen. Blogs, Soziale Netzwerke, Soziale Lesezeichensammlungen – all das können Sie nutzen. Ich persönlich habe über Xing sehr viele Kontakte knüpfen können und auch Jobangebote bekommen. Es gibt dort eine kostenlose Mitgliedschaft, die zwar nicht alle Funktionen beinhaltet, aber genügend, um an wertvolle Kontakte zu kommen. Wenn man die dort vorhandenen Gruppen clever nutzt, findet man auch schnell die richtigen Leute.

Bei Fragen hierzu und auch sonst wenden Sie sich gern an mich: juliane@hartz-iv-blog.de.


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8 Kommentare to “Raus aus Hartz – aber wie? Teil I”

  1. Stefanie Says:

    Erst einmal danke für den Beitrag, wobei ich in dem Punkt, dass der Ton auf dem Amt so rau ist, nicht zustimmen kann. Da konnte ich bisher Gott sei Dank mit netten Sachbearbeitern meine Erfahrungen machen. Aber Xing und Co. bringen wirklich was, da muss ich zustimmen. Es ist also eigentlich viel einfacher, erst einmal an Kontakte zu kommen, als man denkt, ob und wann diese dann zum neuen Job führen, ist aber wiederum alles andere als einfach zu bestimmen.

  2. Raus aus Hartz IV - aber wie? Teil II | Hartz IV Blog Says:

    […] Im vorherigen Teil dieser offenen Serie ging es darum, mit welchen Mitteln man an Kontakte kommen kann. Was ich dort schon einmal schrieb, kann ich hier nur wiederholen: Es geht um Motivation! […]

  3. Julia Says:

    Ich habe vor circa 7 monaten eine förderung bewilligt bekommen, seit circa 5 monaten bekomme ich die förderung und das geschäft läuft auch eigentlich ganz gut. Jetzt habe ich ein schreiben bekommen in dem steht das ich jetzt doch nicht mehr die förderung bekommen soll. Das finde ich nicht sehr vertrauen würdig. Nach einem heutigem Telefonat sieht es wohl so aus das das letzte schreiben wiederrufen wird.

  4. Diana Says:

    Ich bin der Meinung, dass man sich auf die Hilfe von Sozialarbeitern in den Jobcentern sowieso nicht verlassen kann. Man kann auf niemanden zählen außer sich. Die Sozialberater tun nämlich nichts, um dir wirklich aus der Arbeitslosigkeit zu helfen. Sie erledigen automatisch ihre Arbeit, bekommen jeden Monat ihren Beamtenlohn und das wars. Wenn man wirklich einen Job bekommen will, dann ist der Jobcenter nur eine Zeitverschwendung.

  5. ramona Says:

    hallo, leider komm ich hier mit meiner frage nicht weiter, ich weiß das man sich als Harz 4 empfänger bewerben muss einiges an unterlagen preisgeben muss, aber wie ist es, wenn, alles bewerben nur sinnlos ist, weswegen sinnlos, weil ich es von jedem schon so gehört hab (arbeitgeber)

    naja, um sich dies zu erklären mal meine gesichte,

    ich bin 22 alleinerziehde mama einer 4 jährigen töchetr und momentan hausfrau mutter und hab nen minijob ( der auf teilzeit aufgestellt werden kann)

    nun mein problem, ich soll mich ja weiterhin beweben , WIESO???
    ich hab die teilzeitstelle noch nicht, da ich noch keine kidnerbetreuung habe, suche schon seid anfang des jahres und es hats ich nichts ergeben, weder über tagesmutetrverein noch privatanzeige noch nen wechsel in nen anderen kidnergarten ( haben nur 1 ganztageskidnergarten und die könnten sie erst ab september 2012 nehmen ( und da gehst ja dan richtung schule )

    ich weiß nicht ob es anderen auch so geht, aber seid ich anfangen hab zu arebiten muss ich mein geld 3x umdrehn

  6. LiebesMama Says:

    Hallo!
    Hier mal meine kleine Geschichte, ich bin alleinerziehnde mama von einem super süßen 1 Jährigen sohn. Habe jetzt übermorgen ein vorstellungsgespräch wo meine chancen ziemlich gut aussehen. sie wollen mich auch auf teilzeit einstellen, aber ttrotzdem bin ich nicht aus hartz4 dann raus, da ich unter meinen satz komme. es ist irgendwie verwirrend, ich will nicht vom statt abhängig sein und anderesrum meinem sohn eine gute mutter sein.
    Ich habe jetzt eine ganz liebe Tagesmutter gefunden was teilweise das Jugendamt übernimmt, aber einen Teil muß ich selber bezahlen, was ja auch gerecht ist. Aber ich komme zum verrecken nicht aus der hartz4 schiene raus. Ich möchte so gerne für meinen kleinen Mann ein konto eröffnen etc. es ist aber alles nicht möglich so lange man in hartz4 drin steckt!
    Wie komme ich da entgültig aus?? Bitte um antwort, danke schon mal!!

  7. LittleMissPotter Says:

    Hi Leutz, also ich hab schon seit 2007 Hartz und hab auch schon etliche Jobs gemacht, geputzt, Nachtschicht bei Meckes, bei Edeka, bei Tedi usw ich könnte die Liste ewig weiter führen. Stecke jetzt grad mitten in der Scheidung, hab auch eine Tochter usw. Ich weiß, Hartz ist nicht das Schönste, aber damit kann man leben, weil es irgendwie noch einen Weg raus gibt, wo der ist, keine Ahnung, aber es ist nicht auswegslos. Stellt euch vor ihr hättet Krebs oder Aids, dann könntet ihr euch beschweren, weil dann wär euer Leben bald vorbei. Mann Leute ihr habt nur Hartz und seit froh dass ihr das habt sonst hättet ihr garnix. Magische Grüße und Kopf hoch 😀

  8. Neuhier Says:

    Ich glaube wenn man sagt, dass man da raus will, bedeutet das, dass man gerne wieder vom amt unabhängig sein möchte. und es wäre natürlich auch superklasse, wenn man doch wieder ein wenig mehr geld zur verfügung hätte.
    das problem ist wirklich, dass es nicht so viele arbeitsplätze gibt, wie menschen die arbeit suchen. und dass viele jobs wirklich zu schlecht bezahlt sind, um davon tatsächlich leben zu können (miete, stro, etc. sind schon so hohe fixkosten, puh…). also ich wünsche allen viel glück

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