Hartz IV » Hartz IV Politik » Links schwenk marsch!

Links schwenk marsch!

Mit Beck seinem Vorschlag zum ALG I, die Bezugdauer für Ältere wieder auf zwei Jahre raufzusetzen wendet sich die SPD vom schröderischen Reformkurs und der Agenda 2010 ab, obwohl man versucht es nicht so darzustellen. Da werden Loyalitätsbekundungen vom Altkanzler Schröder an Beck seine Adresse abgegeben und die Sache zum Detailstreit erklärt. Im Gegenzug bekundet Beck, dass er nicht die Absicht hat sich vom Reformkurs abzuwenden. Er bekenne sich zur Agenda 2010, sein Vorschlag sei lediglich eine Weiterentwicklung, sagte er auf einer Veranstaltung der „Werktstatt Deutschland“, auf der der Altkanzler mit dem Quadriga-Preis geehrt wurde .

Der Vorschlag ist ja an sich nicht schlecht, aber man sollte schauen, um was es der SPD wirklich geht. Mit solchen Äußerungen soll versucht werden Klientel die sich der Linkspartei zugewandt haben zurück zu holen. Die Umfragwerte der SPD sind schlecht und es muss eine Strategie entwickelt werden, mit welcher man sich klar von der Union abgrenzen kann. Und das sieht man offensichtlich in der eigenen Partei mancherorts genau so. Jens Bullerjahn, Vize-Parteichef und Vize-Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt äußerte sich im Kölner Stadt-Anzeiger dazu und warf Beck indirekt vor, die Linkspartei links überholen zu wollen Ich glaube ja nicht das es der SPD gelingen wird mit diesem Linksrutsch der Linkspartei die Leute abspenstig zu machen. Zu tief hat sich in das kollektive Bewustsein die Tatsache, dass die Agenda 2010 ein Projekt der SPD war und ist, eingefressen.

Wie ernst es Beck und der SPD mit seinem Vorschlag ist werden wir auf dem Parteitag Ende Oktober sehen. Dort soll Beck im Amt bestätigt werden. Na warten wir es mal ab.

[via: Berliner Zeitung]


letzte Artikel


4 Kommentare to “Links schwenk marsch!”

  1. Manfred Says:

    Sehr sympathisch, dieser un Schriftform festgehaltene Dialekt 🙂

    Ansonsten gilt: Mich erstaunt, dass selbst Du nicht so weit gehst wie Heribert Prantl in der Sueddeutschen Zeitung:

    „Das letzte Gefecht der SPD

    Bei der Reform der Agenda 2010 geht es nicht darum, ob und wie an ein paar Stellschrauben der Schröderschen Politik gedreht wird. Es geht darum, die Demokratie zu sichern.

    Für seinen labyrinthischen Roman „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ hat Marcel Proust zwanzig Jahre gebraucht. Wenn die SPD für ihre Suche nach der verlorenen Gerechtigkeit genauso lang braucht, wird es sie am Ende nicht mehr geben.

    Entweder es gelingt der SPD wieder, als die Partei der sozialen und wirtschaftlichen Gerechtigkeit anerkannt zu werden – oder die sozialdemokratische Geschichte verweht. Dann wird das Erbe der Kleine-Leute-SPD übernommen von der Linkspartei, das Vermächtnis der Schröderschen Große-Leute-SPD von der FDP; und der diffuse Rest wird aufgekehrt von der CDU und aufgeleckt von den Grünen. Das klingt dramatisch? Das ist dramatisch.

    Die Partei hat unter ihrem Kanzler Schröder ihre Identität verloren; ihr fehlen seitdem Geist, Mut, Herz und Sinn. Die Agenda 2010 liegt auf ihr wie eine Grabplatte. Die alten Gegner der Sozialdemokratie stehen mit Genugtuung davor, spritzen Weihwasser und murmeln heuchlerische Lobesworte, die so klingen wie der alte Satz, wonach es süß sei, für das Vaterland zu sterben; die SPD solle deshalb an der Grabplatte ja nicht kratzen und nicht rütteln. (…)“

  2. Grüne wollen Änderungen bei HARTZ-IV | Hartz IV Blog Says:

    […] der SPD distanzieren sich nun auch die Grünen von den Hartz-Gesetzen. In einem Leitantrag der […]

  3. kurt beck Says:

    Hartz4 sind Faulenzer und müssen weg.

  4. Fussball Bundesliga Says:

    Ich war selber mal Arbeitslos, Gottseidank sind die Zeiten vorbei, es war reiner Psychoterror. Man wird dort behandelt wie ein Untermensch.

schreib ein Kommentar