Hartz IV » Arbeitslosenleben » Leistungsabteilung des Jobcenters scheint blind und taub zu sein

Leistungsabteilung des Jobcenters scheint blind und taub zu sein

Heute gibts mal wieder eine kleine Geschichte über Erfahrungen beim Arbeitsamt Jobcenter. Ein Freund ist von Leipzig nach Berlin umgezogen. In Leipzig wohnte er in einer WG. Das Jobcenter hatte daran nichts auszusetzen und bezahlte ihm auch die Miete für sein Zimmer. Jetzt in Berlin beginnt der Stress.

Er suchte sich wieder eine WG, ist ja auch bei weitem die kostengünstigste Variante zu wohnen. Er wohnt jetzt also in einer Zweier-WG mit einem Mädel zusammen. Ihr könnt Euch bestimmt schon denken was daraufhin passierte. Die Leistungsabteilung des Jobcenters verweigerte ihm die Kostenübernahme für sein Zimmer, obwohl er dem Jobcenter detailliert alle Informationen zukommen ließ. So skizzierte er die Wohnung und legte dem Jobcenter auch den Untermietvertrag und verschiedene Versicherungen vor. Er wies auch darauf hin, dass es sich bei der Mitbewohnerin der WG nicht um seine Lebensgefährtin oder Freundin handelt.

Doch das Jobcenter scheint auf beiden Ohren taub zu sein bzw. sie können nicht lesen. Denn er erhielt die Absage der Kostenübernahme mit der Begründung das es sich hierbei um eine Haushaltsgemeinschaft handelt und dadurch nicht die gesamten Kosten übernommen werden können. OK wie hoch sind denn die Kosten die das Jobcenter zu bezahlen hätte. Er bezahlt für sein Zimmer eine Miete von 264 Euro. Für eine Haushaltsgemeinschaft von zwei Personen werden Kosten von 444 Euro für die Miete der Wohnung übernommen. Das heißt, dass das Jobcenter nur Kosten in Höhe von 222 Euro für ihn anteilig zur Miete der Wohnung übernimmt.
Jetzt kommt die große Frage warum das Jobcenter so ein Stress macht? Er hätte sich doch auch eine Ein-Raum-Wohnung nehmen können. Dann hätte das Jobcenter in Berlin bis zu 360 Euro gezahlt. Da drängt sich mir doch der Eindruck auf, dass die ganze Sache System hat und der ganze Stress nur dazu dient Kosten zu sparen. Nach dem Motto, man kann es ja mal versuchen.

Fragen wir uns doch aber mal wann man eine Haushaltsgemeinschaft bzw. Lebensgemeinschaft darstellt. Um in einer Haushaltsgemeinschaft zu leben muss man gemeinsam wirtschaften. Das ist ja hier offensichtlich nicht der Fall. Weiterhin ist eine Haushaltsgemeinschaft eine Einstehungsgemeinschaft. Das heißt, wenn einer der Partner Schulden hat bzw. bestimmte Kosten nicht bezahlen kann, der andere für ihn einsteht. Auch das ist hier nicht der Fall.

Was kann man in solch einem Fall machen um zu widerlegen, dass man keine Haushaltsgemeinschaft bildet? Man kann wie oben beschrieben die Dokumente vorlegen die belegen, dass man getrennt wirtschaftet. Wenn das dem Jobcenter nicht ausreicht bleibt einem wohl nur die Möglichkeit das Jobcenter aufzufordern den Ermittlungsdienst einzuschalten. Wenn der WG-Partner aber keine Leistung vom Jobcenter bezieht muss er dem Ermittlungsdienst aber auch keinen Zutritt zur Wohnung gewähren. Ich meine hiermit die Gemeinschaftsräume die es in jeder Wg gibt (Bad und Küche). Der Ermittlungsdienst darf also nicht in den privaten Sachen des WG-Partners schnüffeln um herauszufinden ob es sich bei dieser WG um eine Haushaltsgemeinschaft handelt.

Und da gibts dann der nächsten Stress…


letzte Artikel


2 Kommentare to “Leistungsabteilung des Jobcenters scheint blind und taub zu sein”

  1. Manne Says:

    Gleich ein Widerspruch einlegen. Da er dem Arbeitsamt ja alles bewiesen hat, das er Untermieter ist usw., sind die jetzt am Zug.mal abwarten was die so machen. Wenn die dann immer noch nicht wollen muß man halt mit Rechtsbeistand klagen.

    Manne

  2. Von der Arbeitsagentur allein gelassen? - Arbeitslos und nun? Says:

    […] Stationen ich jetzt ablaufen müßte um Arbeitslosengeld zu bekommen. Allerdings habe ich bei der (gerne mal tauben und blinden) Leistungsabteilung mit viel Diskussion zu rechnen, denn ich hatte selbst gekündigt wegen Mobbing und mir drohe eine […]

schreib ein Kommentar