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Arbeitspflicht für Hartz-IV-Empfänger

Hartz-IV-Empfänger sollen zukünftig, wenn es nach Wirtschaftsminister Glos ginge zur Arbeit verpflichtet werden. Der Wirtschaftsminister sagte:

Jeder Bezieher von Hartz IV soll künftig eine Gegenleistung erbringen

Muß das ein Hartz-IV-Empfänger nicht schon heute? Die Devise Fördern und Fordern ist ja schon etwas länger herausgegeben. Wobei das mit dem Fordern denn auch schon ganz gut klappt. Nur mit dem Fördern kommen sie nicht so recht voran. Was gibts denn da besseres als mal wieder die Alte Leier vom Fordern neu auf die Tagesordnung zu bringen.

Aber offensichtlich scheint die Realität im Wirtschaftsministerium noch nicht angekommen zu sein. Die meisten Hartz-IV-Empfänger wollen arbeiten, doch man lässt sie nicht. Denn wo keine Arbeit ist….

Aber nein die alte Leier von den faulen Arbeitslosen die ja nicht arbeiten wollen gibts eben immer noch. Dann zwingen wir die Arbeitslosen eben zu arbeiten. Schön dann macht es doch endlich mal. Gibt den Arbeitslsoen würdevolle Arbeit!

Ludwig Stiegler stellvertretende Fraktionvorsitzende der SPD meint dazu auch:

Es geht um annehmbare Angebote, die von der Aufgabe wie von der Entlohnung her Arbeit und menschliche Würde zusammenbringen

Sollte es nicht Aufgabe der Politik sein diese Rahmenbedingungen zu schaffen? Schafft doch erstmal annehmbare Angebote für Arbeit. Solange dies nicht geschehen ist sollte sich die Politik, in diesem Fall das Wirtschaftsministerium, mit ihren Forderungen an die Hartz-IV-Empfänger besser zurückhalten.


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7 Kommentare to “Arbeitspflicht für Hartz-IV-Empfänger”

  1. Jan Says:

    > Sollte es nicht Aufgabe der Politik sein diese Rahmenbedingungen zu schaffen?

    Da besteht sicher große interfraktionäre Einigkeit. Der Knackpunkt liegt aber darin, wie diese Rahmenbedingungen aussehen.

    Wenn es nur darum geht, mehr Arbeitsplätze zu schaffen sind umfassende Liberalisierungen sicher ein vernünftiger Weg. Von einer großen Koalition wird man aber derartiges wohl kaum erwarten dürfen – ganz zu schweigen davon, dass die Deutschen offenbar große Angst vor zuviel Freiheit haben und sich sofort massiver Protest regen würde, wenn man versuchen würde auf diese Weise die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft zu verbessern.

    Insofern möchte man fast Mitleid mit dem Wirtschaftsminister haben…

  2. fettisch Says:

    “Glos: Das arbeitsscheue Gesindel in diesem Land muß endlich begreifen, dass es kein Recht auf eine Entlohnung hat, die ein menschenwürdiges Leben ermöglicht!”

    Deshalb werden wir die Zwangsarbeit (Arbeitspflicht) wiedereinführen, und den Straftatsbestand der Arbeitsverweigerung! Notfalls werden wir den Schmarotzern in Arbeitslagern die Hammelbeine langziehen!

  3. zappi Says:

    Irgendwie scheint sich in der Politik der Gedanke durchgesetzt zu haben, dass Arbeit das allerwichtigste ist. Vom Geld redet keiner. Wieviele Leute in Deutschland fallen inzwischen unter den Begriff Working-Poor?

    Eine noch weitergehende Liberalisierung des Arbeitsmarktes, halte ich für ausgemachten Schwachsinn, und kann nicht vernünftig sein. Die Lohn und Gehalt Struckturen sind in Deutschland doch schon sowas von kaputt, dass in einigen Gegenden schon Löhne unterhalb von 3,-EUR akzeptiert werden. Das ist in meinen Augen ein unhaltbarer Zustand. Irgend jemand hatte vor langer Zeit mal den Begriff geldlos als Alternative für arbeitslos vorgeschlagen, welches im Anbetracht unserer freiheitlich kapitalistischen Grundordnung nicht verkehrt ist. Heute, dank Hartz4, kommt noch der Zustand der fast absoluten Rechtlosigkeit hinzu. Irgendwie erinnert mich das an Zeiten der Feudalherrschaft. Sind wir wieder auf den Weg? Sind wir schon wieder da?

  4. Jan Says:

    „fast absolute Rechtlosigkeit“? Inwiefern? Klar, es gibt Einschnitte – aber die sind in erster Linie finanzieller Art. Meinungsfreiheit, Demonstrationsfreiheit, Persönlichkeitsrechte und alle weiteren wichtigen Rechte werden nicht angetastet, insofern finde ich den Begriff „Rechtlosigkeit“ etwas heftig.

  5. Anonymous Says:

    […] derartige Arbeitsverpflichtung für Hartz-IV-Empfänger wünschen. Wie wir bei hartz-iv-blog.de herausgefunden habe, fande diese Diskussion in Politik und Bevölkerung bereits 2007 schon […]

  6. tuwat Says:

    Präambel zur Landesverfassung Bremen:

    Erschüttert von der Vernichtung, die die autoritäre Regierung der Nationalsozialisten unter Mißachtung der persönlichen Freiheit und der Würde des Menschen in der jahrhundertealten Freien Hansestadt Bremen verursacht hat, sind die Bürger dieses Landes willens, eine Ordnung des gesellschaftlichen Lebens zu schaffen, in der die soziale Gerechtigkeit, die Menschlichkeit und der Friede gepflegt werden, in der der wirtschaftlich Schwache vor Ausbeutung geschützt und allen Arbeitswilligen ein menschenwürdiges Dasein gesichert wird.

    und Artikel 8:

    Jeder hat die sittliche Pflicht zu arbeiten und ein Recht auf Arbeit.

    Damit ist für Bremen Alles gesagt.

    Wer also die sittliche Pflicht zur Arbeit hat, dem muß auch eine zugewiesen werden, damit er zu seinem Recht kommt.
    Wer dann nicht will, hat auch kein Recht auf ein menschenwürdiges Dasein.

  7. Zwillingsfrau Says:

    Arbeitspflicht, wenn ich das Wort schon höre. Klar, soll jeder in der Lage sein für seinen Lebensunterhalt selbst aufzukommen und nicht an der Geldtitte des Staates nuckeln, aber Arbeit hat auch immer etwas mit Selbstwertgefühl zu tun und wenn ich höre, das einen abverlangt wird, für einen Lohn arbeiten zu gehen, wo man selbst mit massigen Ãœberstunden, nicht auf einen Lohn kommt, der eine aus Hartz IV rausholt, dann persönlich scheiße ich auf Arbeit und lebe lieber vom Staat. Meine Gesundheit, mache ich mir durch Doppel und Dreifach-Schichten in irgendeiner Fabrik am Fließband oder sonst wo nicht kaputt, nur damit ich gegenüber der Gesellschaft ein reines Gewissen habe und sagen kann: Seht her, ich brauche keine Staatsknete zum überleben. Es gibt verdammt nochmal Dinge, die sind wichtiger als Geld

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