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Bürgerarbeit von FTP kritisiert

Gerade habe ich berichtet das die brandenburger SPD das Konzept der Bürgerarbeit für nicht finanzierbar hält, da kommt die nächste Meldung zum Thema Bürgerarbeit. Die FTP in Sachsen-Anhalt kritisiert die Bürgerarbeit.

es sei letztlich eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme unter Tarif, die unbefristet sei

so FDP-Fraktionschef Karl-Heinz Paqué heute im Landtag in Magdeburg.

Na und? Bevor die Herren von der FTP anfangen dieses Konzept zu kritisieren sollten sie sich mal fragen was besser ist. Arbeitslose von einem Ein-Euro-Job zum nächsten Ein-Euro-Job zu schicken und damit wirklich reguläre Arbeitsplätze zu gefährden und zu vernichten, das nenn ich auch mal ganz klar: Ein-Euro-Jobs sind Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen unter jedem Tarif, die befristet sind. Oder aber unbefristete sozialversicherungspflichtige kommunale Jobs mit dem Projekt Bürgerarbeit schaffen, bei denen sich die ehemals Arbeitslosen dann nicht mehr wie Bürger zweiter Klasse fühlen müssen.

Arbeitsbeschaffungsmaßnahme hin oder her aus dem Projekt Bürgerarbeit resultieren ja dann auch noch positive Seiteneffekte. Die Kaufkraft wird gestärkt, die Verwaltungskosten für die Arbeitslosen wird verringert und ganz nebenbei werden sinnvolle Tätigkeiten verrichet, wie z.B. die Betreuung älterer Menschen. Aber warten wir es einfach ab. Das Projekt Bürgerarbeit wird ja wissenschaftlich begleitet und aus diesen Untersuchungen dürften ja bald einige Ergebnisse vorliegen.

Also meine Herren von der FTP denkt mal darüber nach. Aber wahrscheinlich habt ihr nur Sorge das der heimischen Wirtschaft Aufträge und Jobs durch die Bürgerarbeit verloren gehen. Doch das ist ja nicht der Sinn der Bürgerarbeit. Die Bürgerarbeit schafft kommunale Jobs die von der Wirtschaft nicht abgedeckt werden, weil sich damit kein Geld verdienen lässt.

Denkt auch mal an die Arbeitslosen, die sonst gar keine Chance mehr bekommen. Aber was scheren euch die Arbeitslosen und ihre Sorgen. Aber was würdet ihr dazu sagen wenn eines Tages der ehemalige Langzeitarbeitslose wieder anfängt sich im sozialen Leben zu integrieren, wenn er anfängt zu konsumieren. Dann habt auch ihr was davon oder?


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Ein Kommentar to “Bürgerarbeit von FTP kritisiert”

  1. Jan Says:

    FTP???

    Aber zur Sache: Für mich ist dieses Konzept „Bürgerarbeit“ nur ein anderes Wort für das 1€-Lohn-Modell.

    Das Prinzip ist nämlich das Gleiche: Es werden durch Steuermittel künstlich Jobs geschaffen, die sich nicht rechnen und die scheinbar niemand wirklich braucht. Und wenn sie doch gebraucht würden, dann würde jeder dieser künstlich geschaffenen Jobs ja einen regulären Arbeitsplatz vernichten – siehe 1€-Fiasko.

    Sobald Steuermittel zur Finanzierung von Arbeit ausgegeben werden, wird natürlich auch keine Kaufkraft gestärtk – man führt doch nur das Geld wieder dem Wirtschaftskreislauf zu, dass man ihm vorher über Steuern entzogen hat.

    Und Verwaltet müssen diese Jobs übrigens auch – ich kann mir nciht vorstellen, dass es günstiger ist einen Arbeitnehmer zu verwalten als einen Arbeitslosen.

    „Die Wirtschaft“, die die sich für jene kommunalen Jobs nicht interessiert, könnte doch – ganz ohne irgendwelche staatlichen Eingriffe – auch von den Bürgerarbeits-willigen Arbeitslosen selbst ersetzt werden, wenn denn wirklich eine Nachfrage seitens der Kommunen bestünde. Ich befüchte nur, dass dem nicht so ist und es darum – mal wieder – irgendwelche Gesetze und Regeln braucht, um ein weiteres Mal mit künstlichen Eingriffen den Arbeitsmarkt noch weiter zu regulieren.

    Gegen Arbeitslosigkeit hilft nichts anderes als Jobs – echte Jobs, die durch echte Nachfrage fundiert sind und die sich durch die geleistete Arbeit selbst tragen. Alles andere sind Placebos, die dem Einzelnen streckenweise helfen mögen, unter dem Strich aber viel Geld kosten und das „Markt“ im Arbeitsmarkt völlig ausblenden.

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