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1,9 Millionen Geringverdiener verzichten auf staatliche Unterstützung

Hallo meine lieben Blogfreunde,

Es gibt wieder mal eine neue Studie. Studien scheinen die Politiker und wohl auch die Menschen im Moment besonders zu begeistern. Ich weiß zwar nicht wozu man erst eine Studie erstellen muss um den ganzen Mist zu sehen, aber sie sind auf jeden Fall medienwirksam.

Diese Studie beschäftigt sich mit der verdeckten Armut in Deutschland. 1,9 Millionen Geringverdiener verzichten auf staatliche Unterstützung. Das ist die reißerische Ãœberschrift. Als ob das Neue ist, dass viele Menschen aus Scham einfach nicht die Gelder beantragen die ihnen eigentlich zustehen. Da kenne ich aus meinem Bekanntenkreis einige Leute die lieber verhungern würden als Hartz IV zu beantragen.

Weiter heißt es in der Studie das knapp 2 Millionen Erwerbstätige ihren geringen Verdienst nicht mit staatlicher Hilfe aufstocken lassen. Obwohl sie rein gesetzlich das Recht dazu haben. Die Frankfurter Verteilungsforscherinnen Dr. Irene Becker stellte fest, dass insgesamt 10 Millionen Menschen in Deutschland einen gesetzlichen Anspruch auf Arbeitslosengeld II oder Sozial Geld haben. Tatsächlich erhalten aber nur 7,4 Millionen Menschen Hartz-IV-Leistungen. Besonders betroffen sind gering qualifizierte, teilzeitbeschäftigte und Menschen die keine volle Stelle finden, sowie Familien mit drei und mehr Kindern.

Und nun der Hammer. 1,5 Millionen Haushalte in Deutschland könne nicht von ihrem Vollzeit Einkommen leben. Das heißt sie könnten zusätzliche Unterstützung beantragen. Aber sie tun es nicht.
Am Ende lassen wir Frau Dr. Irene Becker nocheinmal sprechen:“Die Ergebnisse der Studie stehen in „auffallendem Kontrast“ zu Thesen über negative Arbeitsanreize der staatlichen Grundsicherungszahlungen, so Irene Becker. Offenbar scheint breiten Schichten das Bedürfnis nach Eigenständigkeit, Anerkennung und einer längerfristigen Lebensperspektive wichtiger zu sein, als das kurzfristige wirtschaftliche Kalkül, folgert Becker. Nicht Leistungsmissbrauch sei verbreitet, sondern Arbeit trotz Mini-Einkommen.“
Hallo, hallo. Lesen bitte. Hallo Ihr Politiker lest doch bitte einmal.
Das ist der Fakt in Deutschland. Die Menschen müssen immer mehr arbeiten für weniger Geld. Es findet eine Verarmung der Gesellschaft statt. Die Schere zwischen Reich und Arm wird immer größer.
Wer Armut säht wird Armut ernten.


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4 Kommentare to “1,9 Millionen Geringverdiener verzichten auf staatliche Unterstützung”

  1. booster Says:

    traurig geht es in diesem Land zu. Es ist ja leider auch so das wenn man keine Leistung beantragt die dazu Berechtigten in keiner Statistik auftauchen (die Arbeitslosenzahlen sinken – lach)
    Kein Wunder das dann die Politiker sagen können in Deutschland gehts bergauf.

  2. sixpack Says:

    viele müssen auch freiwillig auf Leistungen verzichten, wenn sie z.b. in ehelichen Gemeinschaften leben und der Partner zu viel verdient. Zu viel verdienen ist dabei sehr relativ. Ich habe gehört das zwei Leute von 1100 Euro leben müssen.
    Davon muss dann Miete bezahlt werden und der Lebensunterhalt und in eheähnlichen Gemeinschaften ist der arbeitslose Partner noch nicht mal beim Partner mit krankenversichert.

  3. Tina Says:

    Ich bin- meine persönliche wirtschaftliche Lage betreffend- echt „bekloppt“!

    Habe heute den Vertrag für einen neuen Job bei einem Personaldienstleister unterschrieben: Vollzeit für 7,31 Euro Stundenlohn.

    Ich verfüge über fast 20 Jahre Berufserfahrung in meinem Job, mein Arbeitslosengeld (NETTO!), welches ich seit 3 Wochen beziehe, ist höher als mein kommendes BRUTTO(!)-Gehalt..

  4. Sefi Says:

    Also ich finde deine Entscheidung mutig. Nur wer sich rührt kommt weiter. Vielleicht kannst du bei deinem neuen Arbeitgeber neue kontakte knüpfen und hast dann in absehbarer zukunft einen noch besser bezahlten Job.

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